Los Angeles - Venice Beach

Der Lufthansa Direktflieger von München nach LA entpuppt sich leider als Folterkammer (die Premium-Economy gabs noch nicht): die Sitze sind so nah zusammengeschoben, dass ich mit meinen 192 cm, selbst wenn ich den Hintern an die Lehne drücke, Kontakt mit den Knien zum vorderen Sitz habe. Keine Chance für eine auch nur annähernd relaxte Sitzposition. Und das 12 Stunden lang. Zum Glück habe ich freundliche Sitznachbarn, und wir wechseln uns ab in der Benutzung der Armlehnen, was mir ermöglicht, in wechselnden Positionen irgendwie die Zeit zu überstehen. Dass das Klo im Untergeschoss ist, hat mich irgendwie gerettet: Ich habe die Stufen dort hinunter als Stepper benutzt, und so meinen Kreislauf und die Blutzirkulation auf Trab gehalten.
Wenn man dann mal saß, war die Filmauswahl gar nicht so schlecht, aber die Monitore leider uralt und das Bild verrauscht. Aber egal, ich fliege nach Amerika, zum ersten Mal in meinem Leben, Los Angeles wartet, I´m so excited!!!

 
flight

 

Die erste Nacht in der Neuen Welt wollte ich nicht in irgendeinem Hotelzimmer verbringen, sondern dort, wo sich in meiner Wahrnehmung der gesamte Zauber der Filmmetropole Holywood/Los Angeles konzentriert: am Strand von Venice Beach. Hier stehen die alten zweistöckigen Häuschen, direkt an dem Sand gebaut, über den seit Generationen die Filmstars laufen: entweder beim Dreh, in der Drehpause, oder privat, incognito mit viel Sonnenbrille und Cap. In den Sand von Venice Beach haben sich schon die Zehen von Marilyn Monroe gegraben, genauso wie die von Robert de Niro, Tom Hanks oder Scarlett Johannson, und seeehr viele andere, die ich jetzt nicht alle aufzählen kann, sie mögens mir verzeihen.

Und nun stehe ich hier, an diesem heiligen Strand, mit einem frischen kalten Corona, und vergesse vor lauter Aufregung, mir die Schuhe auszuziehen.

 
Blick aus dem Appartment in einem der alten zweistöckigen Häuser direkt am Venice Beach/Los Angeles

Blick aus dem Appartment in einem der alten zweistöckigen Häuser direkt am Venice Beach/Los Angeles

Ihr merkt schon, dass ich mich schwer tue zu beschreiben, was da in mir los war, als ich zum ersten Mal auf dieser Veranda stand. Ich hatte mir dieses Appartment über AirBnB gebucht, hatte es im Internet die letzten Wochen vor dem Flug fast täglich besucht und die Vorfreude genossen. Und ich wurde belohnt. Ist dieses Foto nicht wunderschön? Ich habe es gemacht ein paar Minuten nach meiner Ankunft. Und dann auch noch das Segelboot auf dem Pazifik, so ganz zufällig. Es ist toll, wenn das Universum zwischendurch Regie führt. Und am Schönsten ist es, wenn man spürt, dass es einem eine Freude machen will. :)

Ich trank das Corona aus, streifte die Schuhe ab, und machte mich auf die letzten 100 Meter zum Pazifik.

 

Bald kam die Abenddämmerung, und ich machte es mir auf der Terrasse "meines" Häuschens bequem: die Füße hoch, ein frisches kaltes Corona, und die alte Welt abstreifen für die nächsten drei Wochen........

 
Venice Beach im späten Abendlicht, gesehen von einem der alten Häuser direkt am Strand. Der Blick geht über den Pier nach Nordwesten, Malibu.

Venice Beach im späten Abendlicht, gesehen von einem der alten Häuser direkt am Strand. Der Blick geht über den Pier nach Nordwesten, Malibu.

Tag 2, der nächste Morgen: Auf dem Strand Platz ohne Ende, trotz der 18-Millionenstadt Los Angeles + angrenzender Gemeinden, die sich landeinwärts Richtung Osten fast 100 km weit erstrecken. Der Strand zeigt sich davon fast unberührt. Man kann ihn stundenlang entlangspazieren, ohne an ein Ende zu kommen. Diesem Blick nach Süden steht, wenn man sich umdreht, ein mehr als doppelt so langer Abschnitt nach Norden über Santa Monica Richtung Malibou gegenüber.

 
Venice Beach: Morgendlicher Blick vom Pier nach Süden. Die Sonne steht noch tief und wirft lange Schatten über den Strand (besonders schön zu sehen bei dem Mann links und seinem kleinen Hund).

Venice Beach: Morgendlicher Blick vom Pier nach Süden. Die Sonne steht noch tief und wirft lange Schatten über den Strand (besonders schön zu sehen bei dem Mann links und seinem kleinen Hund).